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„Wah...
Hören diese Kopfschmerzen denn gar nicht mehr auf...?“ murmelte
Selenia, als sie sich gerade ein Schinkenbrötchen reinmümmelte.
„Ich glaub, ich sollte heute den Tag über zu Hause bleiben...
Ich fühle mich wie ein Sandkasten, wenn’s zuviel geregnet hat...
Ätzend matschig.“ Sie fühlte mit ihrer Hand über
ihre Stirn. „Na klasse.“ Ihr Gesichtsausdruck änderte
sich zu einem sarkastischen, schiefen Grinsen. „Nu hab ich auch
noch Fieber...“ Sie legte ihr Brötchen beiseite, schluckte
den Rest ihres Saftes und wuselte wieder nach oben. „So. Und jetzt
schön ins warme Bett...“ Als sie gerade ihre Zimmertür
aufmachte, rief sie noch mal den Gang hinunter: „Raffael, bitte
sei nicht all zu laut... Ich fühle mich matschig... Ich geh wieder
ins Bett!“ „Geht klar!“ tönte es aus dem Zimmer
am anderen Ende des Ganges.
„Wundervoll... Dann werde ich zumindest nicht gestört...“
grinste Raffael. „So... Wo war ich...“ Vor ihm lag auf dem
Bett ein riesiger, dicker Schmöker ausgebreitet. Neben ihm stand
die Kristallkugel auf dem Sockel. „Ah, da. Also...“ „DINGDONG“
Genervt sah Raffael auf. „Na klasse. Ich komm aber auch zu nichts.“
Er stand auf und wollte gerade aus der Tür treten, als ein zweites
„DINGDONG“ ertönte. „Jaja... Ich komm ja schon...“
Als er die Tür schließen wollte, leuchtete auf einmal ein merkwürdiges
Licht bei ihm im Zimmer auf. „...Hm?“ Er machte die Tür
von außen wieder einen Spalt breit auf und lugte in sein Zimmer...
Die Kristallkugel leuchtete...? „DINGDONG“ „Arf... Ich
komm ja schon...“ Schnell schloss er die Tür und eilte nach
unten. „DINGDONG“ Er zog die Haustür auf während
das Mädchen, welches davor stand, gerade wieder auf die Klingel drücken
wollte. Verwundert sah es nun zu Raffael auf. „Wohnt hier nicht
Selenia?“ „Doch, wohnt sie. Aber sie hat sich gerade wieder
ins Bett gehauen. Scheint eine Grippe zu sein.“ „Hmm...“
Besorgt schaute das junge Mädchen an Raffael vorbei in die Wohnung.
„Nagut... Sag ihr bitte, dass Tiara da war, ok? Ist wichtig.“
„Hm... Geht klar. Sonst noch was?“ „Nene. Obwohl...
Sag ihr bitte auch, dass ich mich mit ihr treffen möchte, ja?“
„Jap. Wie war der Name noch gleich? Tiara?“ „Genau.“
Sie lächelte Raffael an. „Cya!“ rief sie und rannte den
Weg hinunter.
Raffael schloss die Tür langsam. „Hmm... Merkwürdige Aura...
Könnte sie eine sein...?“ Er ging wieder nach oben und in sein
Zimmer. Als er zu der Kristallkugel rübersah, leuchtete sie nicht
mehr. „Hmm... Also Einbildung war das gerade eben sicherlich nicht...“
Er nahm die Kugel in die Hand und betrachtete sie genauer. „Hmm...“
Als er den Sockel genauer betrachtete, fiel ihm dann doch noch etwas auf:
Einer der Engel hatte keine leeren Hände mehr. Statt dessen hielt
er nun eine kleine, schimmernde Energiekugel... Raffael runzelte die Stirn.
„Merkwürdig... Aber mal sehen, was das Buch darüber zu
berichten weiß.“ Er blätterte wieder in dem Buch rum.
„Ahja, da...“ er las murmelnd die Seite durch. Seine Augen
weiteten sich mit jeder Zeile. „Das hier?! Das soll das..“
Er schüttelte einmal fassungslos den Kopf „Und hier heisst
es, das Teil wär schon seit Jahrhunderten verschollen... Und hier
liegt das einfach auf dem Dachboden rum...?! War wirklich ein Glückstreffer,
dass ich ausgerechnet hier gelandet bin...“ Er klappte das Buch
zu und nahm die Kugel wieder in die Hand. Raffael drehte sie ein paar
Mal grinsend in der Hand um. Er nahm eine kleine Schachtel, welche mit
merkwürdigen Ornamenten verziert war. Mit einem leisen „Klick“
ließ sie sich öffnen. Innen war sie mit blutrotem Samt ausgelegt.
Behutsam bettete Raffael die Kugel darauf.
Ein leises Knarren kam vom Flur. Schnell verschloss Raffael die Truhe
und schob sie unter sein Bett. „Selenia?“ „Jap! Mir
geht’s schon wieder besser!“ Raffael schaute zum Flur hinaus,
wo Selenia nur im Schlafanzug stand. Ein Grinsen konnte er sich wirklich
nicht verkneifen. Da stand ein Mädchen von 17 Jahren, bekleidet nur
mit einem dunkelblauen Satinschlafanzug, um 12 Uhr mittags im Flur und
schaute so verschlafen wie ein just geweckter Siebenschläfer. Ihre
langen, blonden Haare fielen ihr locker über ihre Schultern und an
den Füßen trug sie zwei Plüschpantoffeln. „Vorhin
war ein Mädchen hier... Sie wollte dich sprechen. Wie war noch gleich
ihr Name...?“ „Hö? Mich wollte mal jemand sprechen?“,
fragte Selenia verwundert. „Ja. Uhm... Tiara! Genau, das war’s.
Du sollst sie irgendwo treffen. Wo, hat sie nicht gesagt.“ „Tiara...“
ein merkwürdiger Unterton mischte sich in Selenias Stimme. Auf einmal
war sie hellwach. „Ok. Danke, dass du’s mir gesagt hast...
Am besten mach ich mich auch gleich auf den Weg...“ Mit diesen Wörtern
wieselte sie ins Badezimmer.
Ein paar Minuten später hörte Raffael nur noch ein „Ciao!“
und die Haustür wurde zugezogen. Misstrauisch verzog er die Augenbrauen.
„Hmm... Merkwürdig... Was ist daran so wichtig...?“ Er
schaute aus dem Fenster und sah Selenia den langen Weg den Hügel
runter rennen.
Selenias Gedanken drehten sich immer im Kreis. „Tiara... Wenn sie
etwas von mir möchte, muss es wichtig sein... Aber wo such ich sie
nun...?“ Als sie am Ende des Weges angekommen war, stand Tiara schon
da. „Hm? Hast du hier so lange gewartet?“ „Ja.“
Tiara schaute Selenia besorgt an. „Weißt du überhaupt,
was du dir da geangelt hast?“ „Was meinst du?“ „Na
den Typen da in deiner Wohnung!“ „Was soll mit ihm sein?“
Tiaras Gesichtsausdruck änderte sich langsam zu einem stinksauren
Ausdruck. „Tu nicht so blöde, Selenia! Du wirst ihn doch wohl
erkannt haben!“ „Ich versteh überhaupt nichts mehr.“
„Dann bist du das dümmste Wesen, welches ich je gesehen habe.“
Mit diesen Worten drehte sich Tiara um. „Was meinst du...?!“
rief Selenia ihr nach, als Tiara den Rest des Weges runter rannte. “Ich
versteh das nicht...“ Selenia bekam mit mal eine Gänsehaut.
„Wer ist da?!“ Sie drehte sich mit einem Ruck um und sah in
einiger Entfernung einen Schatten weghüpfen. Sie rannte in dessen
Richtung, aber der Schatten war bereits verschwunden... „Hmm...
Sollte ich mir das nun nur eingebildet haben...?“ Mit einem suchenden
Blick überschaute sie noch mal den Hügel. Nichts. Nirgends auch
nur eine klitzekleine Spur von diesem ominösen Schatten... Sie drehte
sich langsam um und schaute zu ihrem Haus. „Hmm... Was soll schon
so schlimm daran sein, dass ich Raffael bei mir wohnen lasse?“ Sie
ging wieder auf die Hügelkuppe zu. Die Knospen der Bäume waren
immer noch offen und ein leichter Windstoß lies ein paar Blüten
über den Hügel wehen. Traurig schaute Selenia zu dem Blumenmeer,
welches ihr Haus umgab. Dort waren alle Knospen noch geschlossen... „Sie
werden blühen, wenn du wirklich glücklich bist...“, hatte
einst die Engelherrin gesagt... „Wenn ich glücklich bin...
Was soll ich denn noch machen? ...Kann ich... Kann ich überhaupt
WIRKLICH glücklich sein...?“ Eine Gänsehaut überkam
sie. „Wie sollte ich das jemals sein können... Ausgelacht,
verstoßen und eine Versagerin... Ich bin eine Versagerin... Ich
... Ich konnte ja nicht mal...“ Selenia fing an zu schluchzen „Ich
konnte ja nicht einmal Airynn retten...“ Weinend lief sie in die
Stadt. „Ich muss mich jetzt ablenken...“
Langsam ging sie durch die Straßen. Überall liefen lärmend
Leute durch die Hauptstraße. „Hmm... Ein Tee wär nicht
schlecht.“ Sie ging noch eine Weile weiter, bis sie zu ihrem Stammcafé
kam. Sie trat ein und gleich kam einer der Kellner auf sie zu. „Ah,
Fräulein Selenia! Das Selbe wie immer?“ „Ja, bitte. Aber
misch bitte dieses Mal etwas mehr Honig als sonst in den Tee, ja?“
„Geht klar.“ Mit einem freundlichen Lächeln entfernte
sich der Kellner auch wieder. Selenia setzte sich auf einen freien Platz
am Fenster, von wo sie die gesamte Straße überblicken konnte.
Als sie es sich gerade bequem gemacht hatte, kam der Kellner auch gleich
wieder. „So, hier der bestellte Honigtee. Achja. Hier auch noch
die Tageszeitung. Ich kann mir schon gut vorstellen, dass du sie heute
noch keines Blickes gewürdigt hast.“ „Oh, da hast du
Recht Alexander... Dankeschön.“ „Soll noch irgendein
Kuchen dazu?“ „Hmm... Herbstkuchen wär nicht schlecht.“
„Gute Wahl. Der kommt gerade frisch aus dem Ofen.“ Damit übergab
Alexander Selenia die Tageszeitung und eilte zurück in die Küche.
Selenia schlug die Zeitung auf und blätterte lustlos darin herum.
„Hmm... In der Welt passiert auch nichts Neues...“ Auf einmal
blieben ihre Blicke an einem kleinen Absatz hängen. Dort hieß
es: „Gestern Abend wurde ein merkwürdiger Lichtschein in einer
der Seitengassen der Stadt gesehen. Laut eines Zeugen sollen davor Schreie
zu hören gewesen sein.“ Die Farbe wich aus Selenias Gesicht.
Weiter stand da: „Weitere Zeugen werden gesucht.“ „Na
klasse...“ murmelte sie in sich hinein. „Hoffentlich wird
das nicht allzuernst genommen...“ die Erinnerung an den letzten
Abend schnürte ihr langsam die Luft ab. Sie blätterte noch eine
Weile weiter in der Zeitung. Zwischenzeitlich kam auch Alexander wieder
aus der Küche. „Selenia, du siehst gar nicht gesund aus...“
Er stellte ihr den Kuchen hin. „Hast du die letzte Nacht nicht gut
geschlafen?“ „Nicht wirklich... Ich bin erst gegen fünf
Uhr eingeschlafen und ein paar Stunden später hat mich mein dummer
Wecker rausgeworfen... Ich glaub, ich werde krank...“ „Ach.
Wird schon wieder. Nun stärke dich erst mal und zu Hause packst du
dich wieder in dein Bett.“ „Gute Idee...“ Alexander
lächelte sie an und wuselte an den nächsten Tisch.
Selenia saß noch eine ganze Weile im Café und las Zeitung.
Als sie wieder auf die Uhr sah, bemerkte sie, dass es bereits nach 8 war
und sie eigentlich schon längst wieder auf dem Weg nach Hause sein
sollte...“ Sie rief Alexander zu sich und bezahlte die Rechnung.
Als sie gerade aus der Tür treten wollte, rief er ihr noch nach:
„Und kurier dich gut aus!“ „Danke, werde ich!“
Mit einem Lächeln verschwand sie durch die Tür.
Auf der Straße blickte sie sich um. Es war noch genauso belebt wie
vor Stunden. „So. Aber nun ab nach Hause...“ Auf einmal stellten
sich wieder ihre Nackenhäärchen auf. „Tiara?!“ Sie
lief die lange Straße hinunter. „Da hinten war Tiara... Ich
sollte noch mal mit ihr sprechen... Ich verstehe sie nicht mehr...“
Als sie dort ankam, wo sie Tiara gesehen hatte, war sie schon weitergegangen.
„Na logo. Warum sollte man es mir auch einfach machen?“ Sie
blickte sich ein paar Mal um. Die Dunkelheit, die sich langsam über
die Stadt legte, erschwerte ihr zunehmend die Sicht. „Ah, da vorne...“
Sie lief wieder auf sie zu. Ab und an rempelte sie einige Personen an,
die sie allesamt böse anblickten. Und schon wieder hatte Selenia
sie aus den Augen verloren. Auf einmal hörte sie einen Schrei. Nein.
Hören war falsch. Sie spürte etwas... Es fühlte sich merkwürdig
an... Beinahe wie ein körperlicher Schrei, wo der Geist das Ausmaß
der Angst nicht mehr in Töne fassen konnte. Geschockt sah sie sich
um. Die Menschen um sie herum schienen es nicht bemerkt zu haben. Als
sie sich umdrehte, sah sie nur eine dunkle Gasse. „Nein...“
keuchte sie „Bitte nicht schon wieder...“ Die Gasse war bereits
so dunkel, dass sie überhaupt nichts mehr sah. „Tiara?!“
rief sie in die Gasse hinein. „Tiara?! Bist du da?!“ Sie spürte
weit hinten in der Dunkelheit eine Bewegung. Kalt lief es ihr den Rücken
hinunter und die Angst ergriff von ihr Besitz. „Dieses Mal nicht.
Wenn... Nein. Ich muss da jetzt hin!“ Sie legte ihre Hand an die
Mauer und rannte in die tiefe Schwärze hinein.
Sie war schon ein ganzes Stück gerannt und hinter ihr verblasste
das Licht der Straße zu einem ungenauen Lichtschein. Ihr Fuß
stieß irgendwo an und sie kam ins Stolpern. Als sie sich wieder
gefangen hatte, spürte sie, dass sie nicht mehr allein war. „T...Tiara...?“
fragte sie unsicher in die Dunkelheit hinein. Sie bekam keine Antwort.
Sie presste sich gegen die Wand. „W...Wer ist da?!“ Wieder
keine Antwort. Auf einmal fühlte sie einen Stoß und sie wurde
von der Wand weggeschleudert. Sie stolperte, kam aber schon gar nicht
mehr zum Fallen. Ein kräftiger Schlag landete in ihrem Nacken und
sie sank bewusstlos in sich zusammen.
Als sie wieder einigermaßen zu sich gekommen war, hörte sie
gedämpfte Stimmen an ihr Ohr dringen. „Na Kleine? Angst?“
sprach eine Männerstimme mit einem verächtlich klingenden Unterton.
Sie wusste nicht wieso, aber es war klar, dass sie nicht damit gemeint
war. Vorsichtig lugte sie aus einem Auge hinaus, konnte aber nicht mehr
sehen, als wenn sie die Augen geschlossen hielt. Es war stockdunkel. „Nein...
Wehe dir! Du wirst dafür bezahlen müssen!“ „TIARA!“
dachte Selenia geschockt. „Das ist Tiara! Aber... Was ist das für
eine Männerstimme?!“ Selenia versuchte aufzustehen. „Dieses
Mal werde ich nicht versagen.“ Sie hielt sich ihren dröhnenden
Kopf. „Tiara...“ murmelte sie. Leider war das wohl etwas zu
laut, denn auf einmal wurde sie am Nacken gegriffen. Irgendwer schleuderte
sie gegen eine Wand und hielt seine Hand fest um ihren Hals gelegt. So
fest, dass Selenia kaum noch Luft bekam... „Ach, ist da etwa wer
wach geworden?“ Die Stimme gehörte einem jungen Mann... Leise
fing Selenia an zu wimmern. „SELENIA! DARKSIDE, lass gefälligst
Selenia in Ruhe!“, ließ sich Tiaras Stimme vernehmen. „DU
bist wohl am allerwenigsten in der Position, Befehle zu geben!“
Selenia spürte eine merkwürdige Magie, dann hörte sie,
wie Tiara vor Schmerzen aufschrie. „Tiara...“, wimmerte sie.
„Und du solltest dich auch besser wieder schlafen legen.“
Derjenige, der Selenia festhielt, drückte ihr nun die Luft weg und
nach kurzer Zeit verlor Selenia wieder das Bewusstsein. Das Letzte, was
sie hörte, war ein verzweifelter Schmerzensschrei von Tiara.
Als sie wieder erwachte, war es schon hell. Sie blinzelte ein paar mal,
in der Hoffnung, dass man sie nicht noch mal in der Art bemerken würde,
wie letzte Nacht. Als sie sich vergewissert hatte, dass sie allein war,
stand sie vorsichtig auf. Sie war noch recht wackelig auf den Füßen
und strich sich mit einer Hand über den Kopf und weiter bis zum Hals.
Ihr tat jeder Knochen im Leib weh. Sie sah sich um. „Tiara...“
Ihr Blick ruhte auf einem am Boden liegenden Mädchen. Sie war übelst
zugerichtet. Ihr ehemals strahlend weißes Kleid war rot befleckt
und ihre Flügel lagen in einer ungesunden Haltung vom Körper
weg. Sie waren gebrochen... Langsam bewegte sich Selenia auf den leblosen
Körper des Engels zu. „Tiara... Nicht auch noch du...“
Sie sank neben ihr auf die Knie. „Ich bin daran schuld. Ich allein...
Hätte ich sie früher gefunden, wäre es gar nicht erst dazu
gekommen...“ Leise fing Selenia an zu schluchzen. Sie legte ihre
Hand auf Tiaras Herz und murmelte die Worte, die ihr ihre innere Stimme
gesagt hatte. Und wie auch das letzte Mal erschien wieder der kleine Kristall,
löste sich auf und verschwand in Selenias Körper. Auch Tiaras
Körper löste sich auf und stieg als leuchtender Energieregen
zum Himmel empor. „Es tut mir Leid...“ wisperte Selenia in
den Wind. Dann drehte sie sich um und machte sich wieder auf den Weg nach
Hause. Sie schaute nicht mehr zurück. Ihre Gedanken kreisten nur
noch darum, dass sie, aber auch ganz allein SIE an dem Geschehenen schuld
war. „Das Feld wird niemals blühen... Airynn,...Tiara... Nun
gibt es nur noch 3...“ Tränen rannen ihr Gesicht runter und
vermischten sich mit dem einsetzenden Regen. „Sollte es das Jahr
der Prophezeiung werden...? Das Jahr, in dem die Engel endgültig
gegen die Dunkelheit verlieren werden...? Das Jahr, wo die ewige Dunkelheit
einsetzen wird...?“
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