Kapitel 7

Endlich im Theater angekommen, stützt uns natürlich auch gleich Fiona entgegen.
„Na endlich! Wo seid ihr denn so lange gewesen?“
Und bevor wir überhaupt antworten konnten, sprudelte sie auch gleich weiter: „Ich hab mir solche Sorgen gemacht. Auf einmal war Raven weg, als ich auf dem Gang zu unserem Unterrichtsraum war und – wo bitteschön bist du eigentlich gewesen?“
Während sie so vor sich hinquasselt, hämmert sie Raven fast ihren Zeigefinger in die Schulter. Ist Fiona erst einmal in irgend einer Art und Weise besorgt, reagiert sie immer so – deshalb sagen Raven und ich normalerweise auch, was wir wann wo und warum vorhaben.

„Nun mal langsam, Fiona.“ Raven nimmt Fionas Hand und geht einen Schritt nach hinten. „Es ist alles in Ordnung. Tiara hatte nur einen kleinen Unfall und –„
“Unfall!?“, platzt es aus Fiona raus.
„Sei doch bitte etwas leider, Fiona. Muss ja nicht jeder hören.“, beruhigt Raven sie etwas.
Hoffentlich hält Fiona sich dran. Ein paar Leute unserer Truppe haben sich schon zu uns umgedreht.
„Also, noch mal von vorne. Tiara hatte einen kleinen Unfall und ich hab sie in der Mädchenumkleidekabine gefunden. Wir sind dann zusammen nach Hause gefahren. Übrigens: Du wirst dir nicht vorstellen können, wen wir da getroffen haben!“ Raven war mit ihrer Erzählung immer schneller geworden und wäre sie mit Musik unterlegt gewesen, dann währe es wohl auch immer lauter geworden.
Fiona jedoch schaut erst mich und dann Raven skeptisch an. „Getroffen?
„Naja, eigentlich nicht direkt getroffen. Eher kurz dran vorbeigeschrammt. Oder auch: Fast über den Haufen gefahren.“, wende ich da mal ein. „Getroffen“ hört sich so untertreibend an.
„Na nun sagt schon, ich bin schon ganz neugierig.“, bittet Fiona nun auch.
„Sasha!“, kommt der triumphierende Tusch von Raven.
„Sasha?“, Fiona sieht Raven an, als ob sie nicht ganz verstünde.
„Ja, Sasha!“ Raven wirkt ein wenig enttäuscht. Sie hat sich wohl mehr Reaktion erhofft.
„Der Sasha, den du kennst, den ich kenne und den mindestens die halbe Welt kennt?“, löchert Fiona nun noch mal, als ob sie es nicht glauben könnte.
„Oh, man, glaub es mir doch einfach: JA!“ Raven packt Fiona an den Schultern und schüttelt sie. Nunja, das hilft vielleicht nicht Fiona, aber Raven – dann kann sie sich abreagieren.
Als Raven aufhört, glänzen Fionas Augen vor Vorfreude. „Das musst du mir jetzt alles haarklein erzählen! Und wehe dir, du lässt etwas aus!“

Ok, das kann nun dauern. Ich mach mich mal vom Acker und sehe nach, wie weit die anderen schon mit den Vorbereitungen für heute sind.

„Hier! Halt das mal!“ Kaum bin ich um die nächste Ecke gegangen, kommt mit Tenchi entgegen und drückt mir eine Riesenladung Bonbontüten in die Arme.
„Bonbons? Wer hat denn heute schon wieder Geburtstag?“, frage ich, während er mich mehr oder minder hinter sich herschleift.
Ich hätte wohl besser nicht gefragt.
Tenchi dreht sich zu mir um und knurrt mich an – typisches Anzeichen dafür, dass ich mal wieder etwas Wichtiges vergessen habe.
„Drei Mal lass ich dich raten, wer es heute ist und wem du es zu verdanken hast, dass er dir sogar Apfelbonbons mitgebracht hat.“
„Hm… Die mit Füllung?“ Ich lieeebe die mit Füllung. Die schmecken so richtig nach Apfel.
„Bingo, kleines. Die mit Füllung.“
„Uaaa!“ Ok, die Tüten hätt ich wohl nicht fallen lassen sollen, aber ich muss ihm einfach um den Hals fallen. „Alles, alles Gute, Tenchi! Lass dich knuddeln!“
Hihi – darauf war er wohl gar nicht eingestellt. Wie zur Salzsäure erstarrt steht er in meinen Armen und ringt nach Worten. Das ist eindeutig selten, normalerweise ist er derjenige, dem niemals die Worte ausgehen. Außerdem ist er bis heute der einzige, der ein Rededuell gegen Fiona gewinnen konnte. Und als ob das noch nicht genug ist: Er ist ja soooo süüüüß, wenn er knurrt! Es heißt, er habe damals lange auf einem Hof gearbeitet, wo dutzende Hunde lebten. Da hat er sich dann natürlich auch mit denen Unterhalten müssen und irgendwann wurde er dann zum Leithund ausgewählt.
Eine andere Theorie ist, dass er knurrt und schnurrt, weil es die Mädchen so süß finden.
Leider ist er schon vergeben. Schon lange, um genau zu sein. Heute ist – wenn ich mich nicht verrechnet habe – Tenchis vierundzwanzigster Geburtstag und letztes Jahr hat er seine langjährige Freundin Kana geheiratet.

“Hey! Der gehört mir!“, kommt es auch prompt von der anderen Seite des Ganges. Kana kommt angestürzt und knuddelt Tenchi von hinten. Das scheint ihm zu gefallen, jetzt schnurrt er.
„Übrigens: Hallo Tiara! Ich hab heute gehört, dass es dir nicht so gut in der Schule ging. Alles in Ordnung?“, fragt Kana mit besorgtem Gesicht. Ist ja unglaublich, wie schnell sie solche Sachen verbreiten – Kana ist auch schon lange nicht mehr auf unserer Schule. Mit Kana komme ich sehr gut klar. Manche Leute behaupten zwar, dass wir uns so gut vertragen wie der Wald mit dem Feuer, aber das sieht nur so aus.

„Ehm… Ja, klar. War nur eine –äh- waren nur Bauchschmerzen. Ist wieder alles in Ordnung, glaub mir.“
Sie schaut zwar noch etwas skeptisch, aber fragt nicht weiter. Danke, Kana.
Tenchi scheint im siebten Himmel zu sein. Er sagt gar nichts mehr und hat einen absolut weggetretenen Gesichtsausdruck.
„Hey! Süßer?“, flüstert ihm Kana ins Ohr.
„Hmm…?“, kommt es von Tenchi zurück.
„Komm mal zurück in die Realität! Da hinten wird schon auf die Bonbons gewartet!“
„Och nöö… Nur noch ein Bisschen, ja?“
Kana und ich schauen uns an und grinsen. Was holt Tenchi immer aus seinen Wunschgedanken raus?
“Kitzelattacke!“ Lang lebe unser persönlicher Kampfesruf. Tenchi ist kitzelig bis zum Umfallen – und das darf man wörtlich und bildlich verstehen.

Kurze Zeit später ist es dann auch so weit und Tenchi winselt um Gnade. Kana holt ihn wieder zurück auf die Beine, während ich die runter gefallenen Tüten aufhebe.
„Hey, was ist los? Hört sich ja an, als ob jemand aufgespießt wird!“ Mit besorgtem Gesicht kommt gerade Frau Ishito um die Ecke. Als sie jedoch sieht, wer da gerade als Gruppe zusammensteht, meint sie bloß: „In Ordnung. Da brauch ich mir ja doch keine Sorgen mehr machen. Tenchi, ich soll die von einer sehr, sehr großen Gruppe junger Leute sagen, dass sie endlich ihre Bonbons wollen. Beeil dich lieber, oder sie kommen sie sich holen.“ Mit diesen Worten zwinkert sie Tenchi zu.
Die „sehr, sehr große Gruppe“ darf man genauso wörtlich nehmen, wie Tenchis Kitzelanfälligkeit. In unserem Theater „arbeiten“ an die zwanzig Jugendliche als Techniker – angeblicher weise macht unsere Kommandobrücke für die Technik selbst dem Raumschiff Enterprise Konkurrenz -, zigdutzend Mädchen und Jungen kümmern sich darum, dass unsere Schauspieler nicht nackt über die Bühne hopsen müssen, und dann sind da noch wir: Die Band. Raven, Fiona und Tiara aka: DIE GREMLINS!
Naja. Und außerdem haben wir auch noch das größte Sinfonieorchester der Stadt. Aber das nur nebenbei.
Natürlich ist das nicht alles. Drehbuchschreiber, die Leute in der Maske,… All diese Leute gehören zu uns. Versammeln wir uns, brauchen wir mindestens eine, wenn nicht sogar zwei Turnhallen, damit wir alle unterkommen, oder halt unseren Theatersaal.
Frau Ishito, eine schon etwas betagte ältere Dame, leitet das alles zusammen mit ihrem Mann. Eigentlich wären sie ja schon seit längerer Zeit in Pension, aber weil ihnen die Arbeit mit Jugendlichen so viel Spaß macht, haben sie statt ihrem ruhigen Rentnerleben gleich hunderte quirliger Jugendlicher um sich herum.
Was etwas gruselig daran ist: Manchmal wirken sie genauso wie viele andere hier total überdreht und pubertär, aber gerade das macht sie so liebenswürdig.

Raven und Fiona scheinen sich nun auch zu ende ausgetauscht zu haben und stoßen beide mit funkelnden Augen zu uns. Ok, dann können sie mir ja gleich beim Tragen helfen.
Schnell ist meine Last auf die beiden aufgeteilt und ich trage bloß noch die Verantwortung und die Tüte mit den gefüllten Apfelbonbons. Tenchi ist wirklich klasse – woran er alles so denkt…

Kaum treten wir durch den Bühneneingang auf die zweite Ebene unserer Bühne – meist benutzen wir sie als Ebene für den Himmel -, bringt unsere Truppe von unten auch schon ein Ständchen. Tenchi ist zu Tränen gerührt und als Dank regnet es nun auch Bonbons. Ich liebe es, wenn jemand Geburtstag hat – was bei uns ja praktisch jeden zweiten Tag vorkommt. Allerdings fassen wir sie meist immer auf einen Tag zusammen, wir kämen ja sonst gar nicht mehr zum Proben.
Tenchi ist da allerdings eine Ausnahme. Als absolute Schnitte der Truppe hat er das Recht, seinen Geburtstag dann zu feiern, wenn er ihn hat – einzige Bedingung: Er muss allein dafür sorgen, dass auch alle Bonbons abbekommen.

Nachdem die Speisung der paarhundert beendet ist, versammeln sich Tenchi, Kana, Raven, Fiona, Frau Ishito und ich uns hinter der Bühne.
„So. Unsere Vorstellung ist nur noch wenige Wochen entfernt,“, leitet Frau Ishito ein, „also sollten wir uns langsam mal genauer Gedanken darüber machen, wer nun besser für welche Rolle geeignet ist. Unsere Zweitbesetzung habe ich vorhin auch schon darauf eingestimmt, dass heute sozusagen ein kleiner Contest darin ausgetragen wird, wer überzeugender rüberkommt.“
Ernstes Nicken. Natürlich will jeder in eine der Hauptrollen, aber dennoch kann hier niemand wirklich von Neid oder ähnlichem sprechen. Selbst wenn man selbst nicht die Rolle abbekommt – irgendetwas Wichtiges bekommt man trotzdem. Und wenn es die Zweitbesetzung sein wird, ist das ja auch nicht schlecht, oder?

„In den Garderoben liegen eure Kostüme aus – und Tenchi?“, erzählt Frau Ishito weiter.
„Eh? Was denn?“, fragt der Angesprochene.
„Du verirrst dich nicht wieder in die Mädchenumkleide, hast du mich verstanden?“ Sie zwinkert ihm zu. Es ist schon recht oft vorgekommen, dass Tenchi auf einmal in unserer Garderobe aufgetaucht ist, aber irgendwie hat er nie etwas gesehen, was nicht für ihn bestimmt war und wirklich böse war ihm bisher wohl auch niemand.
Tenchi dreht sich ab und geht pfeifend weg, Kana läuft ihm hinterher und Frau Ishito muss lächeln. „Dieser Tenchi. Ich bezweifle, dass er noch mal erwachsen wird.“ Als sie den Kopf schüttelt, fallen ihr ihre bereits ergrauten Haare ins Gesicht und mit einer flüchtigen Geste streicht sie sie wieder hinter ihre Ohren.
„So erwachsen, wie sie es sind, wie?“ Fiona grinst sie an und gluckst dabei.
„Jaja. Euch verzeih ich das noch mal, ihr jungen Dinger. Raven, Fiona, zieht euch schon mal um, ich muss noch mit Tiara reden.“
Mit mir? Warum das denn?
„Wird gemacht, Frau Ishito!“ Meine beiden Freundinnen drehen sich um und verschwinden in den langen Gängen.

„Tiara? Würdest du dich bitte zu mir in meine Garderobe setzen?“, fragt sie, als Raven und Fiona außer Sichtweite sind.
“Ehm. Ja, klar.“
Schweigend gehen wir zu ihrer „Garderobe“ hinüber. Von innen ist es mehr das, was ich ein echt gemütliches Wohnzimmer nennen würde, aber sie besteht darauf, dass man es Garderobe nennt. Ich denke, nur deswegen hat sie hier einen Schminktisch und eine Stange mit Kostümen drin rumhängen.
„Setz dich doch. Tee?“
Als ich verneine, setzt auch sie sich dazu.
„Was gibt es denn so wichtiges, dass du es nicht vor den anderen sagen wolltest?“ Etwas neugierig bin ich schon. Aber in dieser Umgebung fällt irgendwie alle Anspannung von einem ab, es ist einfach zu gemütlich. Selbst das „sie“ wird hier zum „du“.
„Ich habe heute gehört, dass du einen Unfall hattest.“
Nein. Nicht auch noch sie. Wie viele wissen wohl noch davon?
“Keine Sorge, ich werde es nicht weitererzählen und der größte Teil unserer Truppe weis ja auch nichts davon.“
Mit dem größten Teil meint sie alle außer Raven, Fiona, sich, Tenchi und Kana. Das sind aber auch diejenigen, denen ich alles erzählen kann und die mich trotzdem noch so akzeptieren, wie ich bin. Ich befürchte, dass es bei anderen einfach… anders sein wird.
„Hmm…“, murmel ich meine Antwort.
„Bist du dir wirklich sicher, dass du Spielen willst?“, fragt Frau Ishito nach einer kurzen Pause.
Diese Frage habe ich befürchtet.
Sicher?
Nein, ich weiß es nicht. Ich würde gerne, ja, aber… Ach, verdammt.
„Ich weiß es nicht…“, gebe ich ehrlicherweise zu.
Sie setzt sich neben mich und nimmt mich in den Arm.
„Ich will es dir nicht ausreden, Kindchen. Das will ich bestimmt nicht. Mich würde es sehr freuen, wenn ich dich endlich mal wieder auf der Bühne sähe. Aber mir ist in den letzten Wochen immer wieder aufgefallen, dass du dich zunehmend unwohl fühlst, dass du nicht mehr so natürlich wie sonst auf der Bühne reagierst.“
Sie reicht mir ein Taschentuch. Habe ich schon wieder angefangen, zu weinen?
„Wenn heute dieser Unfall war, befürchte ich, dass es noch eine ganze Weile dauern wird, bis du wieder zu deiner alten Form kommst…“
Sie spricht aus, was ich mich nicht getraut habe, zu denken. Ja, ich habe mich in den letzten Wochen nicht wohl auf der Bühne gefühlt, im Rückblick fällt es mir erst richtig auf. Immer die Angst, dass die anderen es mitbekommen könnten… Das ist wohl auch der Grund, warum ich nie so rechte Lust habe, meinen Text zu lernen – oder es dauernd vergesse. Vielleicht ist es wirklich besser, wenn ich eine Weile eine Pause mache…
„Du kannst es dir gerne noch mal überlegen, Tiara. Es ist deine Entscheidung, aber überlege sie gut.“
Zu mehr als einem Nicken bin ich nicht recht fähig.
„Darf ich doch noch einen Tee haben…?“, frage ich vorsichtig.
„Natürlich. Hier, die nimmst du so lange mal.“ Sie drückt mir eine Packung Taschentücher in die Hand und stellt sich hinter die kleine Küchenzelle in ihrer „Garderobe“. Ein Tee könnte mich vielleicht ein wenig ablenken…

Als sie fertig ist und zu mir zurückkommt, ist die Packung Taschentücher schon aufgebraucht.
„Tiara, mir ist gerade eine Idee gekommen.“, strahlt sie mich an.
Ich blicke fragend zurück und da ich nichts weiter sage, teilt sie mir ihren Gedanken auch mit: „Nun… Das ganze Stück über spielt doch unser Sinfonieorchester im Theatergraben. Mir ist beim nochmaligen Lesen des Stückes aufgefallen, dass an einigen Stellen aber nicht so recht etwas Orchestrales passt. Das wäre doch die Chance, dass ihr Gremlins mal wieder mitmischt! Ok, ihr währt nicht auf der Bühne sondern eher neben oder unter ihr, aber ich stelle mir das total gut vor! So ein paar eindringliche Stücke, manche vielleicht auch etwas träumerisch oder einfach aufregend, das wäre die perfekte Ergänzung zu unseren Streichern! Und mal so nebenbei: Die können keine drei Stunden am Stück spielen. Da fallen ihnen ja die Finger ab.“ Bei der letzten Bemerkung zwinkert sie mir zu.
Wir Gremlins wieder? Das wäre ja… Super! Aber halt mal, dann…
„Dann müssten aber Fiona und Raven auch aufhören und auf ihre Rollen verzichten und das…“
“Und das willst du nicht. Das ist mir schon völlig klar. Aber ehrlich gesagt: Raven und Fiona wissen schon etwas länger, dass ich das heute mit dir besprechen will. Fiona hat es gleich, als sie heute von der Schule kam von mir gehört, Raven hat es von Fiona mitbekommen, als du und Tenchi euch gekabbelt habt und beide sind damit vollkommen einverstanden.“ Sie muss schmunzeln. „Bei euch ist das schon fast wie bei den Musketieren, weißt du?“
“Musketiere? Warum das?“
„Alle für einen, einer für alle. Wenn eine nicht spielt, spielt der Rest auch nicht. Und außerdem: Sie freuen sich schon wieder darauf, endlich mal wieder ein Mikro oder ein Klavir zwischen den Fingern zu haben. Und ich wette, du freust dich schon wie eine Schneekönigin auf das Schlagzeug. Wir haben es übrigens erweitert. Du darfst dich gerne dran vergreifen.“
Das Schlagzeug! Ja, endlich! Nicht kann besser abreagieren, als mal kräftig wo draufzuhauen und da sind Trommeln und alles Ähnliche doch wie perfekt für.

Genau in dem Moment, als ich diesen Gedanken zu Ende gedacht habe, stürmen Raven und Fiona in das Zimmer. Ich mag wohl wetten, die haben die ganze Zeit draußen gelauscht.
„Gremlins!“, ruft Fiona mir zu.
„Jaaa! Wir gremeln wieder!“, grinst Raven mich an.
Ich steh auf und stürtze auf die beiden zu. Die Rolllen sind vergessen, nun wird’s erst richtig klasse. Man, was freu ich mich schon darauf…

Als wir vier wieder aus der Garderobe kommen und zur Bühne gehen, um Tenchi und Kana unseren Entschluss mitzuteilen, schaut Tenchi uns bloß grinsend an. Ehm… Wie war das? Nur Raven und Fiona wussten schon vorher von unserem Entschluss? Kommt mir gerade gar nicht so vor…

„Gremlins?“, fragt er grinsend in die Runde.
Als geschlossene Antwort erhält er: „Gremlins!“
Kana und er drehen sich um und rennen auf die Bühne, kurz darauf folgen wir. Die führen doch etwas im Schilde?

„Die Gremlins gremeln wieder!“, ruft Tenchi auf der Bühne angekommen in den Saal. Ich traue meinen Augen nicht – die sind ja immer noch alle da? Ich dachte, die hätten schon wieder ihren Aufgaben nachgehen müssen?
“Ein Hoch auf die beste Band der Welt!“, ruft Fiona da auch noch in die Runde.
Mist. Ich werde rot .Ich hasse es, wenn ich rot werde.

Eine ganz kurze Pause entsteht, in der niemand etwas sagt und man bestimmt im ganzen Saal das Aufkommen einer Nadel auf dem Boden hören könnte, dann schwappt eine Welle Freudensschreie über uns herein. Die ganze Truppe jubelt, als ob sie schon lange darauf gewartet hätten, uns mal wieder zu hören… Naja, ist ja auch schon bald ein Jahr her, dass wir auf der Bühne standen.

Von links murmelt Fiona etwas vor sich hin. Als ich genauer zuhöre, verstehe ich bloß noch ein „Aber nur die beste weibliche Band der Welt…“

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