Kapitel 28

Ok, der Rest vom gestrigen Tag – also die Zeit im Park – war vollkommen umsonst. Es scheint recht viele Leser der Butterfly zu geben, denn der halbe Park war mit Fans unserer Jungs voll. Sogar die restlichen Musiker wollten lieber zuhören als selbst was machen. Mit so einem Andrang hatten wohl auch Ren, Sasha und Andreas nicht gerechnet, denn wenn man hinten stand, konnte man vom Bühnengeschehen rein gar nichts mehr hören. Natürlich konnte ich Ren danach auch nicht mehr sprechen, denn es musste ja abgebaut werden und wir, beziehungsweise ich, hätten da nur im Weg gestanden…
Gegend Abend haben sich Fiona und Raven ans Telefon gesetzt und ein halbes Dutzend Runden bei ihren Jungs sturmgeklingelt. Irgendwann haben sie sie wohl auch an den Hörer bekommen, denn danach habe ich sie kein einziges Mal mehr gesehen.

Cassandra war direkt nach der Pleite im Stadtpark wieder nach Hause gefahren. Was sie da machen wollte weiß ich nicht, aber es schien recht dringend zu sein.

Und so saß ich dann wirklich den ganzen Abend allein auf meinem Bett, hab Noten geschrieben und gehofft, dass Ren mich mal anrufen würde.
Hat er nicht.
Bin ihm immer noch böse deswegen.

Die Noten wurden daher auch wenig mehr als eine Abart von „Alle meine Entchen“ – es hört sich wirklich recht ähnlich an – und mein Schokoladenkonsum stieg mal wieder an. Ok, ich weiß, ich hätte ihn ja auch anrufen können… Trotzdem.

Heute war ich auch meine gesamte Mathestunde ganz in Gedanken. Bis zur nächsten Woche mussten die Noten feststehen, außerdem geisterte mir Sora dauernd durch den Kopf und zu allem Überfluss haben wir heute auch noch ein Basketball-Spiel… Ich bin gar nicht vorbereitet, aber der Rest der Mannschaft zählt ja auf mich. Glücklicherweise habe ich gleich noch zwei Freistunden vor Beginn des Spieles, dann kann ich mich wenigstens noch aufwärmen.
Hm. Und eigentlich könnte ich Ren dann ja heute Nachmittag mal ansprechen…

„Tiara!“, schallt es da durch den Raum.
Ups?
„Tiara, wenn sie schon so angestrengt nachgrübeln, können sie uns freundlicherweise auch die Lösung zur Aufgabe sagen? Oder wollen sie sagen, dass sie nicht aufgepasst haben – und das für geschlagene zwei Schulstunden?!“, giftet mir mein Mathelehrer entgegen.
Huch? Schon zwei Stunden um?
„Ich… Ehm..“
„Raus!“ Mit ausgestrecktem Arm weist er mir den Weg zur Tür. „Ich will sie nach dem Unterricht noch Mal sprechen, verstanden?“
„Ja…“
Na klasse. Dieses Jahr wollte ich eigentlich nicht aus dem Unterricht fliegen…

Zehn Minuten später ist die Stunde beendet, mein Kurs verlässt den Raum und mein Lehrer ruft mich zu sich.
„Also, Tiara. Was bitte sollte das vorhin? Dass sie Mathe nun wirklich nicht zu ihren Lieblingsfächern zählen, weiß ich schon aus den letzten zwei Jahren, aber dass sie geschlagene zwei Stunden mit ihren Gedanken ganz woanders sind, das geht nicht! Sie werden die nächsten beiden Stunden hier bleiben und den gesamten Stoff der heutigen Stunden nachholen, haben sie mich verstanden?!“
„Aber… Aber Herr Lehrer, ich habe heute noch ein Basketballspiel, da muss ich direkt nach meinen beiden jetzigen Freistunden hin!“ Der wird mir doch wohl nicht auch noch den halben Nachmittag versauen, oder?
„Was sie in ihrer Freizeit machen, ist ihre Sache, Tiara. Jetzt aber haben sie Schule und sie haben eine Verpflichtung, am Unterricht teilzunehmen! Und glauben sie mir, Mathestunden sind um vieles wichtiger, als so ein dummes Spiel!“ Mit diesen Worten knallt er mir einen Stapel Papier auf meinen Platz.
So ein… Der versaut mir meinen ganzen Nachmittag! Wenn ich mit dem Kram hier fertig bin, hat das Spiel doch schon so gut wie angefangen!
Oder ist schon zu Ende. Das ist irgendwie wahrscheinlicher.
„Noch etwas, Tiara. Ich werde nach den beiden Stunden vorbeischauen, ob sie mit den Aufgaben fertig sind. Wenn nicht, werden sie auch noch etwas länger in diesem Raum verbringen dürfen. Die Aufgaben, die sie zu bearbeiten haben, habe ich ihnen auf diese Seiten hier geschriben.“ Mit diesen Worten legt er einen kleinen Stapel bedruckter Seiten vor mich hin. „Schönen Nachmittag dann noch!“ Mit diesen Worten zieht er die Klassenraumtür hinter sich zu.

Ich fasse es nicht.
Wie soll ich denn heute beim Spiel antreten?
Meine Mannschaft wird mich Vierteilen!
Noch dazu spielen wir heute erneut gegen meine alte Truppe… Wie stehe ich denn vor denen dar?
Ich krame etwas in meiner Tasche herum und finde mein Handy in einer der etwas versteckt gelegenen Seitentaschen. Eigentlich sind die kleinen Telefone ja nicht in der Schule erlaubt, aber ich muss wenigstens bescheid geben, dass ich noch Nachsitzen muss.
Verdammt!
Kein Netz!
Mist, Mist, Mist und noch mal Mist!
Was mach ich denn nun?
Ok, anfangen wäre schon mal eine echt gute Idee…

Pünktlich zum ersten Pausenklingeln bin ich dann auch mit der ersten Aufgabe fertig.
Von sechzehn.
Das Spiel kann ich heute wohl knicken…

Genau in dem Moment tiefster Verzweiflung klopft es leise an der Glasscheibe direkt neben mir. Etwas verwundert blicke ich raus und schaue genau in das Gesicht von Irie.
Hä? Was macht der denn hier? Der gehört doch auf die Uni?
Nach einer wortlosen Begrüßung schielt er auf das Blätterchaos, das vor mir ausgebreitet liegt. Schnell packt er seinen Block aus, zupft einen Stift aus seiner Tasche und hält mir kurz darauf ein Schild an das Fenster, auf dem steht: „Was machst du da?“
Ich suche nach einem freien Blatt auf meinem Tisch und schreibe drauf: „Nachsitzen.“
Von ihm kommt zurück: „Mathe?“
„Ja.“
„Brauchst Hilfe?“
„JA!“
Er grinst zu mir rüber, macht es sich auf dem Busch direkt vor dem Fenster bequem und hält mir erneut ein Schild ans Fenster: „Na dann lass mal sehen.“

Die nächste Schulstunde verbringe ich damit, Aufgabenzettel ans Fenster zu halten und die Lösungen von Irie abzuschreiben. Hat der ein Mathebuch gefressen oder wieso kann der das alles so schnell? Nicht mal einen Taschenrechner braucht der!
Glücklicherweise kam in dieser Stunde auch niemand am Gebäude vorbei – zumindest niemand, den es störte, dass da jemand auf den ach so tollen Schulbüschen saß und für jemand anderen die Aufgaben machte. So klappte es dann auch wirklich, dass ich – ja, ok, er…- zehn Minuten vor Schluss mit allen Aufgaben fertig war. Irie ging auf Tauchstation unterhalb des Fensters und genau in dem Moment öffnet sich die Tür zum Klassenzimmer.

„Fertig?“, fragt mich mein Mathelehrer mit einem Gesichtsausdruck der zu sagen scheint: Na sicher nicht.
„Japp.“
„Wie bitte? Mit allen Aufgaben?“
„Genau.“
„Wie bitte haben sie das geschafft?“ Ungläubig blättert er durch meine Zettelwirtschaft.
„Mit meinem Taschenrechner und meinem Kopf. Wie sonst?“
Tja, da weiß er dann auch nichts mehr drauf zu sagen.
„Nun, geheuer ist mir das nicht… Die letzten zwei Jahre sprechen dagegen, dass sie es in dieser Zeitspanne auch nur ansatzweise hätten schaffen können… Aber nun gut, ich kann ihnen ja schlecht das Gegenteil beweisen. Schönen Tag noch.“ Er scheint etwas deprimiert zu sein, als er durch die Klassenraumtür geht.

Aber nun schnell.
Die Zettel sind hastig zusammengepackt und in die Schultasche gestopft – anschauen werd ich sie mir eh nicht noch Mal.
Fenster auf und raus auf den Schulhof. Mir doch egal, wenn das jemand sieht, ich hab es eilig. An der Schulpforte steht auch schon Irie mit einem Grinsen über beide Ohren.
„Na, hat alles geklappt?“ Fragt er, als wir im Dauerlauf zum Spielfeld rennen.
„Ja. Ok, geglaubt, dass ich es selbst gemacht habe, hat er nicht, aber das ist ja auch egal, solange er mir nicht das Gegenteil beweisen kann. Wie hast du das eigentlich alles so schnell hinbekommen?“
„Ach, du weißt gar nicht, was ich studiere?“ Das Grinsen auf seinem Gesicht wird noch mal größer. „Molekulare Biochemie, Mathematik und Sport.“
Wie auf Kommando bleib ich stehen.
Ich muss den Kopf schütteln. Habe ich mich verhört? „Bitte was?“ Hake ich zweifelnd nach.
„Nein, du hast dich wirklich nicht verhört. Ich sag es den meisten nicht, da viele denken, dass ich dann eine sterbenslangweilige Persönlichkeit bin – Naturwissenschaften haben halt nicht gerade den Ruf, superinteressant zu sein. Die Aufgaben, die ihr da gerade in Mathe macht, gehören bei uns zum Grundwissen, daher ging es so schnell.“
„Ach du jeh.“ Mehr fällt mir nicht dazu ein, also laufen er und ich weiter. Hätte ich ihm gar nicht zugetraut, dass er so etwas studiert…

„Heeeeey! Tiara! Irie! Wo bleibt ihr denn?!“ Toshi steht schon in kompletter Montur am Eingang zum Basketballfeld. Auf der anderen Seite kann man durch die hohen Absperrungszäune schon die Massen an Schülern und Studenten sehen, die auf die Zuschauerplätze drängen. Dass sie nicht an diesem Ende des Feldes stehen ist einzig und allein unserer Karate-AG zu verdanken, die uns hier den Eingangsbereich freihält… Naja, dafür werden sie halt mal zu einem Eis eingeladen und haben später die besten Plätze für das Spiel. Eigentlich ein guter Tausch, oder?

Ganz außer Atem komme ich kurz nach Irie bei Toshi an.
„Entschuldigung, ich musste Nachsitzen… Blöder Mathelehrer.“ Man, bin ich außer Puste. Das fängt ja wirklich klasse an, wo bitte ist meine Kondition geblieben?
„Ah… Und warum kommst du zu spät, Irie?“ Mit gespielt zornigem Blick starrt unser Teamchef Irie an.
„Hm… Naja, wenn man’s so nimmt war ich auch nachsitzen…“
„Bitte was?“ Fragt Toshi ungläubig.
„Naja, unsere kleine hier hat halt leider gar keine Ahnung von Mathe, da brauchte sie etwas Verstärkung.“
„Ah… Verstehe. Irie, das nächste Mal schockst du mich nicht noch mal so. Nun aber ab in die Kabine mit euch, das Spiel geht in zwanzig Minuten los.“

In der Kabine türmen sich schon die Klamotten und die meisten Jungs sind auch schon mit dem Umziehen fertig. Naja, bis halt auf Irie und Ren.
Ren?
Hey, das trifft sich gut!
„Hi, Ren!“, begrüße ich ihn und falle ihm in die Arme. Eigentlich hat er das ja gar nicht verdient, dass ich ihn so begrüße, immerhin hat dieser Doofie mich gestern nicht mal angerufen.
„Ach, hallo Tiara!“ Schnell finden seine Lippen den Weg auf die meinen und er drückt mich fest an sich. „Entschuldige bitte, dass ich gestern nicht angerufen habe, aber zwei von unseren drei Telefonen waren den ganzen Abend von Sasha und Andreas besetzt und das dritte…. Nunja… Das dritte hatte ich den ganzen Tag nicht in der Ladestation gehabt und als ich dich anrufen wollte, war der Akku leer. Tut mir wirklich Leid...”
Ei jeh, kann man diesem Hundeblick noch etwas abschlagen? Wohl eher nicht.
„Hm… Schon ok. Wollte dir gestern eigentlich noch etwas erzählen, aber das ist nun auch nicht mehr so wichtig.“ Was sollte er schon zu dem kleinen Treffen von Cassiopaya und mir sagen können? Entweder sie hält ihr Wort und ich hab jetzt eine Weile Ruhe oder hier geht bald wieder die Hölle los – egal was passiert, ich werde es ja merken.

„Jetzt macht aber mal hin, ihr beiden! Oder meint ihr etwa, ihr bräuchtet euch nicht aufwärmen?“ Schmunzelnd schaut Irie über die Tür seines Spintes zu uns hinüber. „Ich mein… Ich will euch beiden ja nicht wirklich stören, aber ich denke, Toshi wird euch teeren und federn, wenn ihr da draußen gleich nicht einsatzfähig seid.“
Upsi… Hat er gar nicht mal so sehr Unrecht mit. Ich krall mir also meine Klamotten und verzieh mich in das Nebenzimmer – seitdem ich bei dieser Mannschaft bin, hab ich meine eigene Umkleidekabine, was für ein Luxus.
„Tiara, beeil dich! Deine Exmannschaft steht schon draußen und macht sich warm!“, ruft Ren mir durch die geschlossene Tür zu. Kurze Zeit später kann man seine Schritte schon auf dem Gang hören.

Naja, warm bin ich schon. Der Sprint mit Irie zusammen hat wirklich ziemlich eingeheizt. Mehr Sorgen mach ich mir da um unsere Gegner… Nicht, dass sie nicht gut wären – eher das Gegenteil. Wenn Sora die Chance hat, gegen „ihre“ Jungs anzutreten, dann läuft sie zur Hochform auf. Vielleicht hätte ich mir heute doch ein paar Bandagen einpacken sollen? Aber ok, jetzt ist’s auch zu spät.

Als ich aus der Kabine auf den Flur hinaustrete, steht die Hintertür offen. Die Jungs der Karate-AG scheinen schon abgezogen zu sein, also sind wohl bereits alle Zuschauer auf dem Feld… Oder? Ist das da etwa Ryo?

„Hey, Ryo!“ Im Laufschritt geh ich auf ihn zu, irgendwas scheint bei ihm nicht in Ordnung zu sein…
„Hm? Ach, Hi Tiara…“ Etwas niedergeschlagen schaut er zu mir herüber.
„Was ist denn los, Ryo? Du siehst aus, als wärest du krank.“
„Ach, es ist nichts…“
„Sprach er und fing fast an zu weinen, wie? Komm schon, was ist los?“
Ich krame eine Packung Taschentücher aus meiner Hose und halt sie ihm entgegen. Schmunzeld greift er zu und zieht sich eines heraus.
„Naja... Ok. Du weißt doch sicherlich noch das mit Eri und mir, oder?“
„Eure gemeinsamen Shoppingtouren?“
„Ehm… Ja. So kann man’s wohl auch nennen. Zumindest – seitdem eine gewisse Boygroup auf der Uni ist – und seitdem Ren in der Basketballmannschaft von besagter Uni ist, kriege ich sie kaum noch zu Gesicht, weißt du? Ich meine… Ich würd ja damit leben können, wenn sie einfach bloß Spaß am Spiel hätte oder so, aber in letzter Zeit trainiert sie jeden Tag – von Mittags bis Abends! Wenn ich sie doch mal treffe, dann schwärmt sie bloß immer von diesem Ren und wie toll er ist…“
„Oh…“ Ei, das klingt gar nicht gut. Wie kann Eri nur so ätzend drauf sein? „Ehm… Aber haltmal… Eri und Sora sind doch beide im Fanclub, oder? Wurde im Club nicht geregelt, dass bloß Sora Ren haben darf? Ich bin da nicht ganz so auf dem Laufenden, daher frag ich bloß.“
„Ach geh mir weg mit deren Club. Sora sagt viel, wenn der Tag lang ist, das dürftest du ja noch von ihr kennen.“
Jepp. Das ist akkurat Sora.
„Sora mag ihn für sich beansprucht haben, aber das hält Eri ja nicht davon ab, sich trotzdem Hoffnungen zu machen.“, fährt Ryo fort.
„Hm… Das ist wirklich doof…“
„Kannst du da nicht mal was machen, Tiara? Ich meine… Es ist ja schon eine ganze Weile kein Geheimnis mehr, mit wem du zusammen bist...“
„Ryo, ich würde dir wirklich liebend gern helfen. Ich werd’s auch versuchen, versprochen. Ich kann dir allerdings nicht garantieren, dass das was wird, denn immerhin hören weder Sora noch Eri auf mich – geschweige denn auf Ren oder einen der anderen Jungs.“

In dem Moment höre ich Toshis Schritte im Gang wiederhallen. Ups…
„Ryo, ich muss jetzt weg, das Spiel fängt gleich an. Ich drück dir aber alle Daumen, dass Eri bald wieder klar im Kopf ist, ja?“
„Danke, Tiara.“ Ryo schmunzelt mir zu, dann renn ich auch schon in Richtung des Feldes.
„Ich komme, Toshi!“, rufe ich unserem Teamchef entgegen. Ich glaube, heute werde ich nach dem Spiel noch ein Weilchen hier bleiben müssen und mir anhören, was er alles zum Thema Pünktlichkeit zu sagen hat… Aber was soll’s?

„Tiara… Was ist denn heute mit dir los?“, mault Toshi mir entgegen, als ich auf ihn zugestürzt komme.
„Tut mir wirklich schrecklich Leid, Toshi. Aber keine Sorge, warm bin ich und jetzt auch wieder soweit klar im Kopf, dass ich mich aufs Spiel konzentrieren kann. Apropo Spiel: Wie viele Leute sitzen da draußen nun eigentlich?“
„Eine ganze Menge. Bestimmt die Hälfte der Studenten der Uni und auch eine ganze Menge von eurer Schule… Selbst vor den Zäunen stehen sie noch. Ich frage mich allerdings, warum sie auf ein Mal so ein großes Interesse haben. Klar, es sind sicherlich auch viele wegen Ren hier aber das kann doch nicht der einzige Grund sein, oder?“
„Du vergisst Sora. Wenn die sagt, dass man zu kommen hat, dann kommen auch fast alle – und die, die nicht kommen, dürfen sich in den folgenden Wochen nicht in ihre Nähe trauen. Bei unserer Schule hingen überall Plakate für das Spiel heute und ich denke mal, das sah in der Uni nicht anders aus, oder?“
„Da kannst du gut Recht haben, aber ich war in den letzten Tagen kaum in den Gebäuden… Meine Kurse fanden alle draußen statt.“
„Na du hast’s gut! In unseren Räumen fällt in letzter Zeit dauernd die Klimaanlage aus und dann ist das da drin wie Sauna.“
Grinsend blickt Toshi auf mich hinunter. „Tja, dann darfst du dich schon mal auf das Studium freuen, Kampfhühnchen…“
„Hey!“
„Nun aber raus mit dir, wir werden gleich vorgestellt.“ Und mehr zu sich selbst als zu mir fügte er noch hinzu: „Als ob uns die Zuschauer noch nicht kennen würden… Immer dieser Zirkus.“

Whoa! Was ist das denn?
Als wir beide aus dem Gebäude treten, geht mein Blick ein Mal durch die Zuschauerränge. Das ist ja Wahnsinn! So viele? Ich wusste gar nicht, dass so viele überhaupt auf die eilig herbeschafften Holztribünen passen!
„Tiara! Toshi!“ Winkend werden unser Teamchef und ich in eine der Ecken gelotst, wo auch schon der Rest der Mannschaft steht.

„Ach, du hast dich doch noch dazu entschieden, mitzuspielen?“, grinst mir Kiro entgegen.
„Witzkeks. Ich hatte noch etwas Wichtiges zu tun!“
„Ach, wichtiger als das letzte große Spiel am Ende des Sportjahres? Na danke auch.“ Schmunzelnd stupst mir Seron in die Rippen.
Huch? Das letzte große Spiel? Das allerletzte? Eijeh, ich wusste doch, ich hatte etwas vergessen!


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